Über das "Post-Covid-Syndrom"

Zum Post-Covid Syndrom, auch Long-Covid-Syndrom genannt, besteht eine sehr inhomogene Studienlage, auch aufgrund einer noch unzureichenden Langzeiterfahrung. Sehr gut dokumentiert wurden solche Erkrankungsfälle von Dr. Jördis Frommhold, der Chefärztin einer Reha Median Klinik in Heiligendamm. Von ihr stammt auch die unten genannte Gruppeneinteilung.

Im Regelfall sollte eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus laut dem Robert-Koch-Institut bei leichtem Verlauf in ca. 2-3 Wochen, bei schwerwiegenden Formen in ca. 3-6 Wochen überstanden sein.

Es zeigt sich jedoch, dass auch eine überstandene Covid-19-Infektion bei einem nicht unbeträchtlichen Teil der Erkrankten zu medizinischen und psychischen Langzeit- und Spätfolgen führt:

Über 80% der stationär behandelten Corona-Patienten und ca. 10%-30% der im häuslichen Umfeld Genesenen, berichten über anhaltende oder wiederkehrende Beschwerden. Diese Symptomatik tritt ca. 4-6 Monate nach der Ersterkrankung auf. In diesem Kontext spricht man dann von einem Post-Covid-Syndrom. Diese Patienten werden der Gruppe 3 in der Einteilung nach Frommhold zugeordnet.


Einteilung nach Frommhold:

Gruppe 1: leichter Verlauf der Covid-19-Infektion und vollständige Genesung. Diese Gruppe ist die anzahlmäßig größte Gruppe der Erkrankten.

Gruppe 2: mittelschwerer bis schwerer Verlauf der Erkrankung und vollständige Genesung.

Gruppe 3: leichter bis moderater Erkrankungsverlauf bei ca. 20-40 Jährigen. Hier kommt es zu immunologisch erklärbaren Spätsymptomen mit der Bildung von Autoantikörpern.

In dieser Gruppe auftretende typische Symptome sind:
  • Erschöpfung, Müdigkeit, Fatigue-Syndrom
  • Unerklärbare Schmerzsymptome im Sinne einer chronischen Schmerzerkrankung
  • Atemprobleme mit Kurzatmigkeit, Husten und Lungenbefall, manchmal auch im Zusammenhang mit einem Guillain-Barré-Syndrom
  • Psychische Belastungssymptome (Angst, Depression, Anpassungsstörungen, dementielle Konzentrations- und Denkprobleme, Schlafstörungen etc.)
  • Verlust des Geruch-/Geschmacksinns (Anosmie)

Behandlungskonzepte:


Bei schwerem Verlauf sollte frühzeitig über eine stationäre oder teilstationäre
Rehabilitationsmaßnahme nachgedacht werden mit entsprechender Einleitung über die
Kostenträger Rentenversicherung und Krankenkasse mit folgenden Behandlungsinhalten:

  • Atemphysiotherapie
  • Körperliches Training, Ausdauertraining, Krafttraining
  • Balneologische und elektrotherapeutische Anwendungen
  • Intensive psychologische Therapie mit Gesprächstherapie, möglichst ohne Anwendung einer medikamentösen Behandlung
  • Schmerztherapie nach Schulmedizinischen Kriterien, ggf. auch Anwendung von Schmerzbehandlung mit Akupunktur



veröffentlicht am 04.03.2021 · alle News-Meldungen anzeigen
powered by webEdition CMS